Gedenkstein „gegen das Vergessen“

Der Gedenkstein „gegen das Vergessen“

Grußwort der Schirmherrin Sigrid Hübner

Wie viele Steine braucht unser Land denn noch?

Als mich am Abend des 30. September 2001 meine Schwester anrief und
mir verzweifelt mitteilte,
dass ihr 5-jähriger Sohn Pascal noch nicht nach Hause gekommen sei,
ahnte ich nicht, welche schrecklichen Ereignisse in den kommenden Tagen,
Monaten und Jahren auf uns zukommen würden.

An diesem Abend dachte ich, Pascal hätte die Zeit beim Spielen
mit seinen Freunden vergessen.
Auch einige Zeit danach hoffte ich noch, wir würden ihn finden
oder wenigstens Gewissheit haben,
was mit ihm passiert ist.

Heute wissen wir, dass Pascal ein schreckliches Schicksal erleiden musste,
wissen auch, dass er niemals zurückkehren wird.
Viele Fragen werden für immer unbeantwortet bleiben.

Deshalb finde ich es wichtig, dass es Organisationen wie die „Initiative gegen
Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.“ gibt.
Der als gemeinnützig anerkannte und bundesweit aktive Verein setzt sich
für die Opfer und deren Angehörige ein und ist auch präventiv tätig in der Hoffnung,
dass die Zahl der Opfer zumindest spürbar abnimmt.

Die „Initiative gegen Gewalt … e. V.“ ist auch ein Sprachrohr
für die Wehrlosen, Ausgelieferten,
die in unserer Gesellschaft immer noch so wenig Gehör finden.

Gibt es keine Opfer, wenn ich einfach wegschaue?
Gibt es Gewalt und Missbrauch nicht, wenn ich nicht darüber rede?
Werde ich diese Probleme beseitigen, wenn ich sie einfach ignoriere?

Der „Gedenkstein gegen das Vergessen“ soll nicht nur
an das Schicksal Pascals
und seines Freundes B. M. erinnern,
sondern an alle vermissten und misshandelten Kinder.

2011 wurde eine Idee zur Wirklichkeit. Ich wurde in diesem Jahr im Mai gefragt, ob ich für den vermissten Pascal Zimmer aus Saarbrücken einen Text verfassen möchte. Dieser Text käme dann auf den Gedenkstein.
„Na gut“ dachte ich „wird ja nicht so schwer sein, dies für ihn zu tun.“ Dem war aber nicht so. Ich war sehr traurig, als der Brief an den verschwundenen Pascal Zimmer fertig war.

Folgenden Brief schrieb ich also:

Vermisst seit 30.9.2001

Lieber Pascal,

wir beide waren noch so klein, als wir das Allerschlimmste,
den Missbrauch an uns Kindern, erleben mussten.Jetzt lebe ich mit diesen schmerzhaften Erinnerungen,
die mich nicht loslassen wollen – und du bist nicht mehr da.Ich bewahre dich in meinem Herzen,Dein Freund B.M.“

der Stein im Überblick

Idee Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt…e.V
Gestaltung Bruno Harich

Bruno Harich, Alois Harich & Söhne GmbH, Neunkirchen-Eischeid, Nordrhein-Westfalen

Gewicht ca. 800 kg
Herkunft des Steines Aus einem Steinbuch in der Nähe von Johannesburg

Die Tour des Stein

Nach der Fertigstellung konnte der Stein in Saarbrücken nicht aufgestellt werden und ist somit in ganz Deutschland auf Tour gewesen. Hier siehst du die Städte, in denen er aufgestellt wurde:

19.05.12

Aufstellung in Siershahn

25.06.12

Aufstellung in Siegburg

15.11.12

Aufstellung in Euskirchen

15.01.13

Aufstellung in Bad Honnef

20.02.13

Aufstellung in Königswinter

14. Oktober 2013 •

Aufstellung in Lohmar

20. Juni 2015 •

Aufstellung in Saarburg

30. September 2016 •

15. Jahrestag

24. Juni 2017 •

endgültiger Standort in Schwalbach

Natürlich geht ein besonderer Dank an Johannes Heibel, der dafür gekämpft hat, dass der Gedenkstein ins Saarland kommt, an Birgit Wald, der Leiterin der Fachstelle des Bischöflichen Generalvikariats Trier, an Pfarrer Hans-Georg Müller und an die Pfarrei Heilig Kreuz in Schwalbach.