Hallo ihr lieben,

man muss sich mit dem Fall Pascal aus Saarbrücken auseinandersetzen um zu verstehen warum ich 2017 an die Öffentlichkeit gegangen bin. Für mich war es wichtig sich nicht mehr hinter der Fassade des kleinen schutzlos “Berni” “Tobias” oder “Kevin” zu verstecken. Mir ist es wichtig das man opfern von Sexueller Gewalt zuhört und versteht was sie durchmachen. Welche Gefühle sie erleben. Was für ein Psychischer Druck auf ihnen lastet. Aufmerksam zu machen und die Stimme zu erheben ist mir wichtig. Denn viele denen das passiert ist ist es peinlich zur Polizei zu gehen und sich denen anzuvertrauen. Schämen sich Opfer? Ja sie schämen sich. Ich habe sehr viel über mich erfahren seid dem ich öffentlich mit dem Thema sexuellem Missbrauch umgehe. Mir ist es wichtig das Opfer sich eben nicht schämen müssen. Viele Menschen haben Angst darüber offen zu sprechen und zu sagen was ihnen passiert ist. Meine Pflegemutter hat mich sehr vor der Öffentlichkeit abgeschottet damit ich zum Beispiel meine Traumatherapie bewältigen konnte. Viele Leute aus meinen eigenen Reihen haben gesagt das sie es nicht so gut finden was ich da mache. Aber sie meinten das ich ein Erwachsener Mensch bin und selbst entscheiden muss was ich tue. Jeden Tag wachse ich an meiner Aufgabe denen eine Stimme zu geben die keinen Mut haben sexuellen Missbrauch anzuzeigen. Leider ist es bis heute einfach mit viel Scharm verbunden. Dieses Thema möchte ich mit Opferstimme angehen. Euch helfen. Ich arbeite mit der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V zusammen. Der 1. Vorsitzende Johannes Heidel hat mir sehr geholfen. 2011 ist der Gedenkstein “gegen das Vergessen” an mich herangetragen worden. Es war an einem Tag im Frühsommer. Ich saß an meinem Schreibtisch und habe grade noch etwas gemacht. Ich weiß nicht mehr genau was ich gemacht hab. Jedenfalls kam meine Pflegemutter zu mir und fragte mich ob ich nicht etwas für Pascal Zimmer schreiben möchte. Ich habe Ja gesagt zu einer Beschriftung eines Steines. Es war sehr anstrengend. Also schrieb ich folgende Sätze die ich in den Stein meißeln durfte.

Lieber Pascal,

wir beide waren noch so klein, als wir das Allerschlimmste,

den Missbrauch an uns Kindern, erleben mussten.

Jetzt lebe ich mit diesen schmerzhaften Erinnerungen,

die mich nicht loslassen wollen – und du bist nicht mehr da.

Ich bewahre dich in meinem Herzen,

Dein Freund B.M.

(C) Bernhard Müller, Initiative gegen Gewalt

 

vier Jahre später wurde ich auf eine Facebook-Seite aufmerksam, die sich mit dem Verschwinden von Pascals Zimmer befasst.

Diese Seite hatte einen Beitrag über den Gedenkstein “gegen das Vergessen” veröffentlicht in dem ich mich in den Komentaren zum ersten mal äußern konnte. Da war für mich klar das ich an die Öffentlichkeit gehen möchte. Dann habe ich Anfang 2017 der  Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V  geschrien. Mir wurde erzählt das der Stein einen Platz in Schwalbach gefunden hat.

Am 26.06.2017 wurde der Stein wurde dann auf dem Friedhof der Kirche Heilig Kreuz in Schwalbach feierlich eröffnet.

 

Meine Rede und die Reden der anderen Beteiligten könnt ihr hier unten lesen.


Hintergrund:

Warum durfte der Stein nicht in in Saarbrücken aufgestellt?

(C) 2011 Saarbrücker Zeitung

 

Links/PDF


Pressebericht Bild 

grusswort_von_bischof_dr_stephan_ackermann PDF

pfarrbrief_der_heilig_kreuz_pfarrei_schwalbach_01072017 PDF

rede_bernhard_mueller_endversion_22062017 PDF

gedenkstein gegen das vergessen Proschüre PDF

ablauf_der_gedenkfeier_am24.6.2017 PDF

 https://www.pfarrei-heilig-kreuz.de/index.php/ueber-uns/gedenkstein-fuer-pascal

Thema: Öffentlichkeit

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